Alternativen zum Festnetz-Telefon zu Hause

Tarife
Inzwischen wird der klassische Festnetzanschluss von vielen Kunden nur noch für den Internetzugang verwendet. Teilweise haben die Nutzer nicht mal mehr ein Festnetz-Telefon angeschlossen und Telefonat... [weiter]

3G-Standards: WCDMA und EGDE

Für den Quantensprung zu 3G-Geschwindigkeiten werden neue Netztechnologien benötigt. Bei den Standards haben sich zwei Familien herausgebildet, die Datengeschwindigkeiten über 384 kBit/s ermöglichen: WCDMA (Wideband Code Division Multiple Access), eine Technologie, die auf der Evolution von GSM/GPRS/EDGE basiert und sich deren globale Verbreitung zunutze macht, sowie CDMA2000 1xEV-DV, basierend auf dem Schmalbandstandard IS-95 (auch cdmaOne genannt). Was die Lizenzierung von 3G-Netzen betrifft, so haben sich die Betreiber von Mobilfunknetzen mit überwältigender Mehrheit für WCDMA als bevorzugten Standard entschieden. Bisher wurden über hundert WCDMA-Lizenzen im 3G-Frequenzbereich (2,1 GHz) vergeben, während für die Technologiefamilie CDMA2000 nur zwei Lizenzen vergeben wurden.

WCDMA
WCDMA nutzt das 2,1-GHz-Frequenzband in Europa und an anderen Standorten, an denen diese Frequenz offen ist. In Nord- und Südamerika werden andere Frequenzen genutzt. Die WCDMA-Technologie, die das 2,1-GHz-Frequenzband verwendet, wird in Europa meist als UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) bezeichnet.

Die Technologiefamilie GSM, zu der EDGE (Enhanced Data-rate for Global Evolution) und WCDMA gehören, wird derzeit von etwa 70% aller Mobilfunkteilnehmer weltweit genutzt. Nokia geht davon aus, dass sich der Anteil von GSM/EDGE/WCDMA am gesamten Mobilfunk bis 2006 auf 85% belaufen wird. Das heißt, dass WCDMA von bisher unerreichten economie of scaleprofitieren wird.

Bei der WCDMA-Technologie handelt es sich wie bei GSM und EDGE um eine vollständig standardisierte globale Lösung mit offenen Schnittstellen, die noch stärker von den Einsparungen einer standardbasierten Produktentwicklung profitiert. Dank WCDMA können Netzbetreiber ihren Kunden außerdem ein verbessertes internationales Roaming und eine größere Portabilität von Diensten bieten und so die Vorteile der breiten Akzeptanz von WCDMA kommerziell nutzen.

Der Schlüssel des Erfolges von WCDMA ist die umfassende Interoperabilität zwischen Netzen und Endgeräten. Das Zusammenspiel von Dual-Mode-fähigen Mobiltelefonen und GSM/WCDMA ist unabdingbarfür die Erschließung des Massenmarktes für fortgeschrittenemobile Dienste. Grundlage für diese Interoperabilität ist die ausschließliche Verwendung 3GPP-kompatibler Systeme. Umfangreiche Tests mit kommerziellen Netzen und Endgeräten ermöglichen Netzbetreibern und Anbietern eine Feinabstimmung der Interoperabilität und bereiten Mobilfunkkunden den Weg für nahtlose Diensteintegration.

Da WCDMA ein offener Standard ist, können Netzbetreiber die besten Produkte in einer Umgebung mit Diensten von vielen Anbietern nutzen, bei gleichzeitiger Gewährleistung der Ende-zu-Ende-Interoperabilität bei Endgeräten, Märkten und Übertragungstechnologien.

Dieser Ansatz entspricht den Zielen der Open Mobile Alliance, die durch die Definition von Spezifikationen für die Anwendungsinteroperabilität für die gesamte Mobilfunkbranche ein Marktwachstum für alle Branchenteilnehmer erreichen will. Auf diese Weise werden Hindernisse für die Interoperabilität beseitigt und die Entwicklung und Einführung einer Vielzahl neuer, erweiterter mobiler Dienste und Anwendungen für Information, Kommunikation und Unterhaltung beschleunigt. Die Definition dieser allgemeinen Spezifikationen sowie die Durchführung von Tests für die Anwendungsinteroperabilität fördern den Wettbewerb durch Innovation und Differenzierung.

Kurz gesagt: WCDMA kann von einem globalen Standard auf Grundlage einer wirklich offenen Architektur profitieren - mit allen Vorteilen, die durch globales Roaming und economies of scale entstehen. Die Schmalbandtechnologie CDMA2000 1X besitzt zwar ebenfalls Evolutionsmöglichkeiten für 3G-Geschwindigkeiten, ist jedoch keine offene Ende-zu-Ende-Lösung und hat deshalb nicht dieselben Vorteile wie WCDMA.

EDGE
Zur Ergänzung von WCDMA entscheiden sich viele Netzbetreiber außerdem für die Implementierung von EDGE. EDGE stellt eine mobile Funknetztechnologie dar, über die GSM-Netze bereits jetzt mobile 3G-Dienste innerhalb vorhandener Frequenzen bereitstellen können. EDGE besteht aus einer Reihe von Erweiterungen zur Aktualisierung von GPRS-Netzen (Datenkommunikation) und GSM-Netzen (Sprachkommunikation). Dadurch können Kapazität und Datendurchsatz im Allgemeinen um das Drei- bis Vierfache erhöht werden. EDGE sorgt also dafür, dass der verfügbare Frequenzbereich - eine beschränkte natürliche Ressource - effektiver genutzt werden kann.

EDGE gehört als echte globale Technik zur 3G-Technologiefamilie der International Telecommunication Union (ITU) und wird gegenwärtig von demselben 3GPP-Gremium standardisiert wie WCDMA. Die ersten EDGE-Netze sind in den USA zu finden - mit den ersten kommerziellen Bereitstellungen in größerem Umfang wurde bereits begonnen. Nokia geht davon aus, dass die ersten kommerziellen EDGE-Netze Anfang 2003 einsatzbereit sind.

Nokia ist überzeugt, dass die meisten GSM- und TDMA-Netzbetreiber EDGE implementieren werden, da Daten- und Multimedia-Dienste beliebter werden und mehr Netzkapazität erforderlich wird. EDGE und WCDMA werden zusammen eine Maximierung des 3G-Marktanteils und der entsprechenden Umsätze für Netzbetreiber herbeiführen. WCDMA/EDGE wird von einer wachsenden Zahl von PDC/PHS-Betreibern in Japan, CDMA-Betreibern in Korea und TDMA-Betreibern weltweit übernommen.

Quelle: Nokia